11.08.2019

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IN BANGKOK

In Bangkok und in Rio
in Bombay in Calcutta
Da gibt's da gibt's da gibt's da gibt's den Hafen
Wo nachts die grossen Schiffe schlafen
Und die sind beladen voll und schwer
Mit Fernweh das sie tragen übers Meer
Und's riecht nach Farbe nach Tang und nach Teer

In Bangkok und in Rio
in Bombay in Calcutta
Da gibt's, da gibt s da' gibt's da gibt's Matrosen die gern mit süssen Mädchen kosen
Und die greifen nach dem Glück voll Gier
Betrinken sich mit Branntwein und mit Bier
Und singen Lieder von Liebe am Pier

In Bangkok und in Rio
In Bombay in Calcutta
Da gibt's da gibt's da gib s da gibt es Gören
Die lassen sich zu leicht betören
Geben jedem Mann was dem gefällt
Und nehmen dafür bloss ein Stückchen Geld
Und bringen sinnlose Kinder zur Welt

In Bangkok und in Rio
In Bombay in Calcutta
Und in Hamburg

 

BIST WUNDERBAR

Bist nicht mehr ganz so rank
Bist nicht mehr ganz so grün
Bist nicht mehr ganz so schlank
Bist fast schon am Verblüh'n

Und deine Augen glüh'n
Nicht mehr im selben Licht
Die ersten Falten zieh'n
Sich schon durch dein Gesicht

Die Gier die Zärtlichkeit
Die wilden Nächte sind
Zerflossen mit der Zeit
Dein Körper lässt mich blind

Bist wunderbar
Bist schön bist fein
Bist wie ein grosser Wein
Bist wunderbar
Bist sanft bist gut
Bist wichtig wie mein Blut

Bist meine Stärke meine Schwächen du bist meine Freuden und mein Leid
Bist Zukunft und Vergangenheit
Und auch mit leicht ergrautem Haar
Bist wunderbar

Der siebte Himmel war
Einst fest für uns belegt
Die rosa Wolkenschar
Ist längst hinweggefegt

Man lebt zwar nicht allein
Doch kriecht die Einsamkeit
Manchmal ins Haus hinein
Macht sich im Zimmer breit

Die Eifersüchtelei'n
Sind lang schon eingelullt
Und wenn mal Streit muss sein
Hat jeder mehr Geduld

Bist wunderbar
Bist schön bist fein
Bist wie ein grosser Wein
Bist wunderbar
Bist sanft bist gut
Bist wichtig wie mein Blut

Und bist mein Leben bist mein Lichterfeld wie leicht war es dir treu zu sein
Und wenn ich's auch nicht sagen mag
Ich kann so dankbar manchmal sein
Dich werd ich lieben bis zu meinem allerletzten Tag
Jahr um Jahr
Bist wunderbar

 

ROCK 'N' ROLL

Warst nicht sehr gescheit
Warst eine gute Zeit
Zur Schule gingst du nie
Mit deiner Hintergassen-Melodie
Hattest Geld wie Heu
Warst funkelnagelneu
Und warst so total anders, du warst zaubervoll
Rock'n'Roll

Hast viel Lärm gemacht
Die Eltern ausgelacht
Sie ganz schön geplagt
Und ihnen wohl auch Ängste eingejagt
Warst nicht grade tief
Warst manchmal aggressiv
Doch im Grunde warst du harmlos und so unschuldsvoll
Rock'n'Roll

Kamst aus USA warst bissig zu Lili Marleen
Konntest sie nicht leiden und du gabst ihr zu verstehn
Sie sollte mal nach nach Hause gehn

Bist nicht mehr so jung
Bist immer noch in Schwung
Bist zwar etwas laut
Man hat dich angemalt und umgebaut
Bist frisch aufpoliert
Mit Rechnern neu frisiert
Aber unter den Computern klingt der alte Groll
Rock'n'Roll

Warst nicht sehr gescheit
Warst meine beste Zeit

 

DIE ERSTE

Ob sie Prinzessin oder Aschenbrödel war
Ob sie noch Jungfrau oder Freudenmädchen war
Und war sie Mauerblümchen oder ein Theaterstar
Und trug sie dunkles oder helles Haar
Die Erste die Erste die
Die vergisst man nie

Ob sie's aus Liebe machte
Oder nur mal so zum Spass
Ob sie nichts dabei dachte
Oder mich nie mehr vergass
Mein Herz du schlugst voll Bangen
Zwischen Freude und Begier
Was war'n wir zwei befangen
Und wie ungeschickt mit ihr
Wir dachten sich zu lieben
Das wär einfach wie ein Spiel
Doch du bist stehengeblieben
Als ihr Kleid herunterfiel

Ob sie Prinzessin oder Aschenbrödel war
War sie noch Jungfrau oder Freudenmädchen gar
Und war sie Mauerblümchen oder war sie Kinostar
Und trug sie schwarzes oder blondes Haar
Die Erste die Erste die
Die vergisst du nie

Sie war zwar nicht die Letzte
Die mich in die Arme nahm
Manch andre noch versetzte
Mich in bittersüssen Wahn
Ich hab mich oft gebunden
Und ich riss mich wieder los
Die Zeit heilt alle Wunden
Ein paar Narben bleiben bloss
Für andre sang ich Lieder
Von Glückseligkeit und Qual
Doch so sein sein wird's nie wieder
Wie beim allerersten Mal

Ob sie Prinzessin oder Aschenbrödel war
Ob sie noch Jungfrau oder Freudenmädchen war
Und war sie Mauerblümchen oder ein Theaterstar
Und trug sie dunkles oder helles Haar
Die Erste die Erste die
Die vergess ich nie

 

ICH LIEB DICH MEHR

Ich lieb dich mehr
Ich lieb dich mehr als mehr
Und soviel mehr
Und noch viel mehr
Mehr als die Illusion dass Menschen sich verstehn
Mehr als die Rätsel die im Winde wehn
Mehr mehr mehr
Mehr als die Bilder die in meiner Seele stehn
Mehr als die Sterne die das nicht verstehn

Ich lieb dich mehr
Ich lieb dich mehr als mehr
Und soviel mehr
Und noch viel mehr
Mehr als das Kind das sich mit seinem Vater misst
Mehr als die Sonne wie sie Blüten küsst
Mehr mehr mehr
Mehr als das Lachen einer Frau die glücklich ist
Mehr als den Greisen den die Welt vergisst

Mehr mehr mehr
Mehr als den Glauben mehr als den Schwur
Dass du ein Recht für jeden seist
Und weiss von dir doch nur
Dass du Freiheit heisst

 

KOMM MACH DIR DA NICHTS DRAUS

Ich würde gern mal mit dir plaudern
Bei einer Tasse Tee mit Kuchen
Doch bin ich immer noch am Zaudern
Vielleicht werd ich dich doch besuchen
Weisst du in durchgewachten Nächten
Da kann ich stundenlang rumsinnen
Ob wir es wohl zustandebrächten
Nochmal von vorne zu beginnen

Komm mach dir da nichts draus
's schaut eh nichts dabei raus
Komm mach dir da nichts draus
's ist bloss ein welker Blumenstrauss

Man hat so schöne Illusionen
Von Kindern die man haben wollte
Und sieht so viele Endstationen
Dass man es besser wissen sollte
's ist leicht im Nachhinein zu sagen
Man hätt es anders machen können
Man hat zuviel kaputtgeschlagen
Statt etwas Liebe sich zu gönnen

Komm mach dir da nichts draus
's schaut eh nichts dabei raus
Komm mach dir da nichts draus
's ist bloss ein ausgebranntes Haus

Ich werd ne Zeit alleine bleiben
Oder es jedenfalls versuchen
Ich werd dir keinen Brief mehr schreiben
Und ich werd dich auch nicht besuchen

Ich werd jetzt irgendetwas machen
Vielleicht mir eine Reise schenken
Ich lern bestimmt auch wieder's Lachen
Doch werd ich lang noch an dich denken

Komm mach dir da nichts draus
's schaut eh nichts dabei raus
Komm mach dir da nichts draus
Wenn's aus ist ist es aus

 

USCHI

Uschi mach kein' Quatsch
Uschi komm sei lieb zu mir
Uschi mach kein' Quatsch
Weil ich sonst noch den Kopf verlier

Ich werd dich auch nie wieder küssen ohne erst zu fragen
Nie wieder mich an deinen Busen wagen
Und nie mehr sagen dass ich was versäum
Obwohl ich oft von mehr als Händchen halten träum

Uschi mach kein' Quatsch
Uschi komm sei lieb zu mir
Uschi mach kein' Quatsch
Weil ich sonst noch den Kopf verlier

Ich werd mich in die Küche stellen und mir Mühe geben
Mein Taschengeld nie mehr für Schnaps ausgeben
Zum Frühstück kriegst du dein gekochtes Ei
Ich sag nie wieder dass ich keine Hausfrau sei

Uschi mach kein' Quatsch
Uschi komm sei lieb zu mir
Uschi mach kein' Quatsch
Weil ich sonst noch den Kopf verlier

Ich sag dir auch nie wieder du seist ne beschränkte Wanze
Und niemals wieder nenn ich dich Emanze
Die Demo morgen an der Elfenau
Dort mach ich mit und da verkleid ich mich als Frau

Uschi mach kein' Quatsch
Uschi komm sei lieb zu mir
Uschi mach kein' Quatsch
Weil ich sonst noch den Kopf verlier

Ich werde morgen früh auch schon zum Standesamt hinlaufen
Ich lass mich dort auf deinen Namen taufen
Ich ändere den Personalausweis
Obwohl ich nicht sehr gerne Tulpenstengel heiss

 

ICH GING VORBEI AM KRANKENHEIM

Ich ging vorbei am Krankenheim
Das stand in einem Rosenhain
Und auf den grünen Bäumen lag
Ein praller blauer Julitag
Es war ein Tag zum früh aufsteh'n
Es war ein Tag zum schwimmen geh'n
Es war ein Tag voll Sonnenschein
Es war ein Tag zum glücklich sein

Ich ging vorbei am Krankenheim
Da fuhr ein schwarzer Wagen rein
's lief alles schnell und reibungslos
Und gab mir dennoch einen Stoss
Man hört nicht hin und man ist blind
Wenn andere am Scheiden sind
Wer mochte das gewesen sein.
War's schmerzlos oder war's mit Pein

Ich ging vorbei am Krankenheim
Das schlief in seinem Rosenhain

 

DIE MORAL

Wenn da so'n Bananenheini drunten am Äquator
Seinem Volk das letzte Stückchen Brot sich klaut
Schickt der Michel dem nen Barscheck über den Senator
Dass der sich damit nen neu'n Palazzo baut

Doch wenn Joe der Knacker sich mal wieder eine Bank leert
Weil er Urlaub machen will in Sankt Moritz
Schreit die Meute voll Empörung: So was ist doch mehr wert
Nur fünf Jahre Knast das ist nu wohl ein Witz

Die Moral die Moral die Moral von der Geschicht'
Die versteh ich nicht

Wenn da irgendsoein Julius Dingsbums oder sonst wer
Ganze Völker in den Boden trampeln kann
Schwärmt der Friedel Nietzsche ein paar tausend Jahre nachher
Und im Brockhaus steht er war ein großer Mann

Aber wenn der Depp von nebenan total besoffen
Sich mal Samstag nachts für Gary Cooper hält
Und weil er nicht zielen kann hat er 'nen Kopf getroffen
Schreit die Meute: Der muss an die Wand gestellt

Die Moral die Moral die Moral von der Geschicht'
Die gefällt mir nicht

Wenn das Lieschen weil sie doof ist ihre schönen Beine
Jedem hergelaufnen Typen rüber schiebt
Sind die Spiesser voller Lob und Beifall für die Kleine
Weil sie jedem sich diskret und gratis gibt

Aber als das Lieschen schliesslich doch begriffen hatte
Wie man schmusen kann und zugleich Geld verdient
Stand die ganze heilige Familie auf der Matte
Und schrie laut dass so was sich doch nicht geziemt

Die Moral die Moral die Moral von der Geschicht
Die hat ein dreckiges Gesicht

 

DIE DIE'S NU GAR NICHT NÖTIG HABEN

Die dies nu gar nicht nötig haben
Die brauchen's wohl am meisten

Reden mit Worten die sie nicht geschliffen haben
Von Philosophen die sie nicht begriffen haben
Reden von Bürden die sie nicht getragen haben
Und von den Wunden die sie nicht geschlagen haben
Reden vom Unrecht das sie nicht erlitten haben
Und von den Siegen die sie nicht erstritten haben
Revolutionen die sie nicht gezündet haben
Von Evangelien die sie nicht ergründet haben

Und schlafen ein mit einer Dose Langeweile

Und haben's leicht und haben's schwer
Und sind so voll und sind so leer

Die die noch nichts gesehen haben
Die sind die meistgereisten

Reden von Liebe die sie nie genossen haben
Und von den Tränen die sie nie vergossen haben
Reden von Träumen die sie nie besessen haben
Verbot'nen Früchten die sie nie gegessen haben
Reden von Schlägen die sie nie empfangen haben
Und von den Sünden die sie nie begangen haben
Von den Passionen die sie nie empfunden haben
Von Horizonten die sie nie gefunden haben

Und schlafen ein mit einer Dose Langeweile

Und sind noch warm und sind schon kalt
Und sind noch jung und sind schon alt

 

 

© 2019 Stephan Sulke