09.10.2019

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Booklet 28stg.indd

Andermann der konnte

Andermann der konnte
Feiner Kleiner sonnte
Die dann nie besser sagen kann
Da ja Landa wenig
Kinder wieder Köning
Wenn die Werner fragen wann
Sonder leben leise
Fauna weben leise
Dann denkt man zu singen an

 

ES WAR EINE MUTTER

Es war eine Mutter die hatte vier Kinder
Den Frühling den Sommer den Herbst und den Winter
Der Frühling bringt Blumen der Sommer bringt Klee
Der Herbst der bringt Trauben
Der Winter bringt Schnee

Doch einmal sprach das Sommerkind
Habt mich doch alle gern
Bevor noch mein Programm beginnt
Leg ich mich in den Sommerwind
Und sehe nur noch fern

Im Fernsehn ist der Himmel blau
Und herrlich grünt der Klee
Und auch die Sommerblumenschau
Ist kunterbunt und farbig in Tevau
In ZDF und ARD

Womit das Kind die Welt vergass
Sie war ihm piepsegal
Vergilbt war bald das ganze Gras
Die letzten Blüten wurden blass
Und die Bäume die wurden kahl

Die Bienen nahmen schnell Reissaus
Denn nirgends gab es Klee
Und bald sah unser Sommer aus
Wie ein verfallnes Sommerhaus
Wie ein Winter ohne Schnee

WER WILL FLEISSIGE HANDWERKER SEHN

Wer will fleissige Handwerker sehn
Der muss zu uns Kindern gehn
Stein auf Stein und Stein auf Stein
Das Häuschen wird bald fertig sein

Also Freunde was soll ich sagen
Hausarbeit schlägt mir auch auf den Magen
Putzen wischen das ist doch greulich
Und abwaschen find ich besonders abscheulich
Andererseits bissl helfen ist Pflicht
Und so schlimm istsja auch wieder nicht
Ich würde sagen gehn wir mal ran
Fangn wir mal an

Wer will fleissige Handwerker sehn
Der muss zu uns Kindern gehn
Ganz schön gross ist der Berg
Deshalbmüsst ihr ran ans Werk

Son Berg Geschir macht zwar Beschwerden
Aber er kann ja nicht grösser werden
Einer muss anfangen irgendeiner
Und dann wird der Berg immer kleiner und kleiner
Und das gilt für alles was uns bedroht
Gilt auch für Berge aus Sorgen und Not
Wir müssen sagen Gehn wir mal ran
Fangn wir mal an

Also ich hab nen Bekannten der wohnt im Berg
Der ist dort im Bergwerk Oberbergzwerg
Du der muss auch ganz schön schaffen
Im Frühling muss er die Mumrmeltiere wecken
Im Sommer die Schneehasen füttern
Im Winter die Bäche einfrieren
Naja umsonst bist du eben nicht im Berg
Oberbergzwerg

ES ES ES

Stimmt natürlich schon
Zu Hause soll man nicht spielen
Und auf der Baustelle darf man nicht
Es es es und es ist ein harter Schluss
Weil weil weil und weil hier jetzt Schluss sein muss
Denn die Arbeit ist für heut vorbei
Und zum Spielen ist der Platz nicht frei
Es kann zu viel passieren
Da fragen die Kinder
Wo soll'n wir denn spielen
Das das das das ist traurig aber wahr
Doch doch doch und doch so bleibt es jedes Jahr
Es wird aufgebaut und abgesahnt
Doch an Kindern wird vorbeigeplant
Da müsste was passieren
Und die Kinder fragen
Wie denn wann denn
Wann wann wann und wann sich das mal ändern kann
Dann dann dann und dann dann seid ihr selber dranv
Doch vielleicht bringt ihr's genau so weit
Und habt für Kindersorgen keine Zeit<
Das könnte wohl passieren
Naja wahrscheinlich wird's ewig so bleiben

HEUTE KINDER

Heute Kinder wird's was geben
Heute Kinder wird's was geben
Heute gibts ne Keilerei
Welch ein Jubel welch ein Leben
Haut die Knochen euch entzwei
Herrlich klatschen Schlag auf Schlag
Heissa heut ist Schlägertag

Worum es geht ist ganz egal
Wer Recht hat zeigt sich allemal
Im Recht ist immer der der siegt
Und Unrecht hat wer unterliegt
Was ganz besonders prächtig ist
Wenn einer klein und schmächtig ist
So kalkuliert man klar und kühl
Nach Kräften eignes Rechtsgefühl
Und wenn der Gegner anders will
Dann langt nur zu der wird schon still

Aber ganz im Ernst doch mal
Wer glaubt denn hier an DIE Moral
Ist der sarke Bösewicht
Nun wirklich besser als das Leichtgewicht

Gleich da werdet ihr's erleben
Wie man Mut und Kraft und List
Einsetzt um was abzugeben
Wo davon zu wenig ist
Und sogar die kleine Maus
Richtet da ganz schön was aus

ES MUSS DOCH LUSTIG SEIN

Nicht traurig sein
Alles nicht so bös gemeint
Wie es scheint
Doch manchmal denk ich
Ich säh euch gern von fern
Ich will nicht sein wo Menschen sind
Ich will auf einen Stern
Es muss doch lustig sein
Der liebe Gott zu sein
Da kann man auf die Erde runterschaun
Dabei stell ich mir vor
Ihr schaut zu mir empor
Voll Zuversicht und voller Gottvertraun
Dann denk ich wiederMenschenskind
Was für ein Mist und Schutt
Wohin man sieht wo Menschen sind
Da geht die Welt kaputt
Es muss recht schwierig sein
Der liebe Gott zu sein
Wenn man so völlig gottverlassen wohnt
Man kann am Weltgeschehn
So gut wie gar nichts drehn
Der Himmel weiss ob dieser Job sich lohnt
Wer kann mit ansehn Menschenskind
Wie Gottes Ebenbild
Wohin man sieht wo Menschen sind
Sich schlägt und quält und killt
Es muss recht traurig sein
Der liebe Gott zu sein
Ich glaube dass ihm ziemlich vor uns graut
Ich hab ihn im Verdacht
Das er was andres macht
Und heimlich eine neue Erde baut

 

WER WILL UNTER DIE PIRATEN

Wer will unter die Piraten
Der muß haben ein Gewehr
Denn für falsche Heldentaten
Schiesst er tausend Magazine leer

Doch müsst ihr wissen dass ein Pirat
Heute keine Knarre mehr hat
Piraten von heute sind clever und hell
Und geachtete Bürger nur wirtschaftskriminell
Sie tragen weisse Westen
Sind Menschen wie du und ich
Halten uns zum Besten
Und behalten das beste für sich

Unter uns sind die Piraten
Und sie nehmen andre aus
Und sie machen sich nichts draus
Mit den kriminellsten Taten
Bauen sie sich ein Haus

Doch müsst ihr wissen dass ein Pirat
Heute keine Sorgen mehr hat
Piraten in Frieden sind fromm fröhlich frei
Wenn sie lügen und betrügen steht man tatenlos dabei
Sie tragen weisse Western
Sind Menschen wie du und ich
Halten uns zum besten
Und behalten das beste für sich

Unter uns sind die Piraten
Sie sind überall dabei
Und sie leben steuerfrei
Und sie mogeln sich auf Raten
Zum Verdienstkreuz der Staatskanzlei

So gesehn war'n die Piraten
Früher als sie's offen taten
Erstens mal nicht schlechter
Zweitens wohl gerechter
Und drittens war'n sie echter

 

DER ESEL UND DER LÖWE

Der Esel der sagte : Grüss Gott Herr König
Was ich von dir möchte ist gar nicht so wenig
Ich hoffe indessen du bist bereit
Und pumpst mir dein Fell mal für kurze Zeit
Da lachte der Löwe : Ha nicht so schnell
Wozu braucht ein Esel ein Löwenfell
Da sagte der Esel : Was heisst hier wozu
Es soll'n alle glauben ich wäre du

Ich wette mir die mein lieber Herr König
Vor mir wird man zittern und gar nicht so wenig
Na gut sprach der Löwe die Wette gilt
Doch sag ich dir tust du auch noch so wild
Kein Aas fällt auf dienen Schwindel herein
Denn so dumm kann ausser dir keiner sein
Und wenn du gewinnst na dann zahl ich drauf
Im andern Fall aber fress ich dich auf

Und dann zeigte sich der Esel als König
Und brüllte nach Kräften und gar nicht so wenig
Zuerst waren alle vor Schrecken stumm
Und standen mit offenen Mäulern rum
Doch dann riefen welche : Da guckt was vor
Das ist ja ein Löwe mit Eselsohr
Und trieben den Ärmsten mit Spott und mit Hohn
Zum Löwen zurück und der wartete schon
Und leider blieb so vom Esel recht wenig
Doch irgendwann wird ein Esel doch König

MEIN HUT DER HAT DREI ECKEN

Mein Hut der hat drei Ecken
Ist völlig Wurst wozu
Denn jeder darf entdecken
Ich bin halt ich und nicht du

Na glaubt ihr es ist gut
Wenn jeder tut was jeder tut
Dann nehmt doch gleich ein Verordnungsblatt
Dann findet auch kein eigener Geschmack mehr statt
Geschmackstreue wird zur Bürgerplifcht
Und was nicht erlaubt ist das gefällt uns nicht

Möbel nur aus Palisander
Teppichböden nur noch blau
Zimmerpflanze Oleander
Und die Küchen alle grau
Grüngestreift sind die Gardinen
Nach Verordnungsblatt drapiert
Weiss sind die Gardinenschienen

Jedes Kissen kleinkariert
Anderes gefällt uns nicht
Normgeschmack ist Bürgerpflicht

Alles wär' durch Paragraphen
Ein für allemal geklärt
Was wir essen wie wir schlafen
Welches Auto jeder fährt
Kunstvoll wäre vorgeschrieben
Welche Kunst uns nicht verdirbt
Wie wir leben wie wir lieben
Und wie man geschmackvoll stirbt
Anderes gefällt uns nicht
Normgeschmack ist Bürgerpflicht

 

ES GEHT EIN BUTZELGEIST

Es geht ein Butzelgeist in unserm Land herum dibum
Er ist ganz alt und krumm und macht uns alle dumm
Er nennt sich gute alte Zeit
Und tut sich dabei selber leid
Es geht ein Butzelgeist in unserm Land herum

In den späten vierzger Jahren
Was das die gute alte Zeit
Oh die Zeit ist uns vertraut
Damals hat man sich gekümmert
Und was man zuvor zertrümmert
Dürftig wieder aufgebaut

Nee die Zeit war nicht so doll
Und im ganzen kummervoll

Oder in den dreissger Jahren
Was das die gute alte Zeit
Damals hiess sie Neue Zeit
Neue Menschen neue Normen
Neuer Geist in Uniformen
Unrecht das zum Himmel schreit

Nee die Zeit war gar nicht doll
Und im ganzen kummervoll
Oder Neuzehnhundert rum
Was das die gute alte Zeit
Heil dir Volk im Siegerkranz
Kaiser sprach am deutschen Wesen
Soll die ganze Welt genesen
Doch das klappte wohl nicht ganz

Nee die Zeit war nicht so doll
Und in ganzen kummervoll

ZEHN KLEINE NEGERLEIN

Warum spielen Kinder immer Krieg
Warum spielen die nicht mal Frieden
Ich will mich ergeben
Mit Herz und Verstand
Denn besser bleibt man leben
Im teuren Vaterland
Warum spielen Kinder immer Krieg
Warum spielen die nicht mal Frieden

Zehn kleine Negerlein
Die wollten sich zerstreun
Sie zogen fröhlich in den Krieg
Da warn's gleich nur noch neun
Neun kleine Negerlein
Die gingen in die Schlacht
Den einen hat es schnell erwischt
Da warens nur noch acht

Doch acht sind's nicht geblieben
Und leider auch nicht sieben
Aus sechs fünf vier drei wurden Zwei
Zum Schluss war nur noch eins dabei
Und :

Ein kleines Negerlein
Das wurde General
Da kam ein kleines Sturmgeschütz
Das machte bumm

Da fiel er um
Und alles war einmal
Da fiel er um
Und alles war einmal

 

DIE GESCHICHTE VOM RABEN

Wenn ich ein Vöglein wär
Und säss nicht fest wie er
Ich flöge fort
Würde die Luft durchquern
Hoch bis zu einem Stern
Und dann blieb ich dort

Die Freihet der Raben
Das möcht ich auch manchmal haben

Als Gott die Vogelwelt erschuf
Da bangten bald die Sänger
Um ihren guten Sangersruf
Und wollten ihn nicht länger
Sie wollten ihn nicht haben
Den heiseren Krächzerraben

Der aufgeputzte Marabu
Beriet mit seinesgleichen
Und all die Schönen stimmten zu
Und riefen: Er muss weichen
Wir wollen ihn nicht haben
Den hässlich schwarzen Raben

Die Wachtel sprach zur fetten Gans
Der ist nicht zu geniessen
Drauf bat die Ente Wackelschwanz
Den Ausschluss zu beschliessen
Denn keiner will ihn haben
Den harten zähen Raben

Na ja und nun lässt ihn jeder in Ruhe
Sie haben entdeckt
Dass er nicht singen kann
Und dass er nicht schmeckt

ICH SEH ETWAS

Hänschen klein
Steht allein
Nimmt die Welt in Augenschein
Was sich tut
Ist nicht gut
Ist ein alter Hut
Immer sagt der kluge Sohn
Das ist doof das kenn ich schon
Und geschwind
Wird das Kind
Dumm und farbenblind

Ich seh etwas was du nicht siehst
Und das ist grün
Du siehst vor lauter Wolken nicht
Die weissen Schiffe ziehn
Du siehst nur Äste und wohl kaum
Den Wispergeist im Maulbeerbaum
Wohl kaum
Ich seh etwas was du nicht siehst
Und das ist grün

Ich hör etwas was du nicht hörst
Das singt tirili
In allen Dingen steckt ein Lied
Doch mancher hört es nie
Du hörst nur dass ein Motor brummt
Und nicht das Lied das er dir summt
Ich hör etwas was du nicht hörst
Das singt tirili

Ich tu etwas was du nicht tust
Und das macht Spass
Ins Handgepäck der Phantasie
Da pack ich dies und das
Und schon wird ein Gedankenflug
Zum schönsten bunten Reisezug
Der fährt
Ich tu etwas was du nicht tust
Und das macht Spass

HEILE HEILE SEGEN

Heile heile Segen
Drei Tage Regen
Drei Tage Sonnenschein
Dann wird es wieder besser sein

Na sagt doch mal das geht doch nicht
Was macht ihr denn für ein Gesicht
Nur lachen wenn die Sonne scheint
Und weinen wenn der Himmel weint
Was sind denn das für Sachen
Da kann man doch nur lachen

Es weiss wer rechtes Wetter liebt
Dass es kein schlechtes Wetter gibt
Da ist nur falsche Kleidung schuld
Die Laune und die Ungeduld
Und in den rechten Sachen
Da werdet ihr nur lachen

Und was euch jetzt mein Lied erzählt
Solange noch der Regen fällt
Das kommt aus einer Winternacht
In der's vor Kälte klirrt und kracht
Und da passieren Sachen
Da könnt ihr nur noch lachen

© 2019 Stephan Sulke