18.02.2019

Search
Generic filters
Exact matches only
Filter by Custom Post Type

Splitter

Hier steht selbst Erdachtes, Unbedachtes, Aufgegabeltes, Aufgeschnapptes.
Unzensiert und anspruchslos.
Ein dann und wann Notizenheft der Gedankensplitter.

17. 02. 21019

************************************

Lass dein Herz die Melodie singen,
aber lass deinen Kopf den Text bestimmen.

************************************

Ich konnte mich früher tage- und nächtelang zernagen wegen einer Erniedrigung, die ich einstecken musste.
Heute?
Ich geh unter die Dusche, komm herrlich nach sauber duftend raus. Zieh und schubs mich in nen kuscheligen Bademantel rein, giess einen Tropfen guten Wein ins Glas, hol ein paar Oliven, ein paar Nüsse, stoss geistig auf mich an, und weiss von nichts mehr.

Man muss im Leben auch loslassen können, sonst wird man verrückt, oder wird so wie jene, denen man nicht ähneln möchte.

************************************

Die Feinde der Freiheit waten nicht nur in den Tümpeln links und rechts der Wiese rum. Nein, sie äsen mittendrin, und ihr Dung ist der Lebensborn der Sümpfe an den Randgebieten.

************************************

Frag mich nicht, ob ich dich liebe
ich weiss es nicht.
Ich weiss nur eins:
wenn du weg bist,
einige Minuten oder Stunden
und schon ist mir,
als gäb es keine Luft zu atmen mehr,
nur stille, schwarze Leere.
Und wenn du da bist, diese Lichterfülle,
diese Leichtigkeit des Lebens.
Frag mich nicht, ob ich dich liebe
ich weiss es nicht.

************************************

Weisst du, was schön ist am Älterwerden?
Irgendwann sind dir die ganzen Idioten, die du ein Leben lang gehasst hast, egal.
Total, komplett und gründlich egal.
Wieso?
Weil sie entweder gestorben sind, oder sie sind jetzt so senil, dass sie dir nur noch leid tun.
Und so wurde ich zum Philanthropen.

************************************

Ich wurde von einer Journalistin kürzlich gefragt, warum ich Ende der Achtziger mit der Musik aufgehört habe.

Ich hab geantwortet:

„ Erfolg macht müde, und wenn er zur Gewohnheit wird, macht er satt, kampfunlustig und letzlich realitätsfern. Das ahnte ich kommen, und weil ich erfolgreich und müde war, hab ich „stopp, Schluss“ gesagt.

Das war schon richtig aus meiner Sicht.

Was ich nicht wusste (aber hätte wissen sollen), Begabung kommt nicht kostenlos daher, so wie nichts, rein gar nichts - und zwar wirklich nichts - kostenlos daher kommt auf dieser Welt, was immer manche gutmeinende Träumer auch glauben mögen.

Und in meinem Fall stand auf dem Preisettikett für die Begabung: „Aufhören ist nicht im Programm, die Sucht bleibt.“

Ich hatte das Preisettikett nie gelesen - wie so viele Male nicht in meinem Leben. Und nach ca. 12 Jahren jucken, Lust, ablehnen, zudecken, leugnen, weghören, mit nutzloser Salbe einreiben, riss der Strick.

Ich hab mich meiner Sucht wieder voll hingegeben: Songs schreiben, Bühnen-Präsenz, Künstler sein. Den Willen, meine Sucht zu bändigen, hab ich nicht. Es gäbe Psychiater, aber die Versicherung zahlt das nicht. Und überhaupt, ich fühl mich kuschelwohlig in meiner Sucht. Also, was soll‘s. Solang meine Sucht niemanden stört, ist alles im Normalo-Bereich.“

So, jetzt weisst Du‘s auch, nämlich, wieso ich aufgehört hab, und wieso ich rückfällig geworden bin.

Und wenn Du einen Süchtigen in Deiner Umgebung hast, üb Nachsicht.
Die Sucht ist ein schwer besiegbares Tier.

************************************
Du möchtest also wissen, warum ich singe
Ich schreibe dann und wann mal Lieder
Im nebenher Beruf bin ich ein Liederschreiber
Sind keine Schubert-Lieder, keine Johann Wolfgang Goethe Texte
Sind anspruchslose kleine Dinger
Modern würde man sagen, es sind Songs
Man kann auch sagen, dass ich Lieder fabriziere
Dann bin ich Liederfabrikant
Und man kann sagen, dass ich Lieder mache
Dann bin ich Liedermacher
Mein Atelier hab ich in meinem Kopf
Dort hab ich auch mein Lager
Nicht streng geordnet wie in einem Amt
Nein, meine Skizzen liegen
Kreuz und quer, wirr hingeworfen
Auf den Regalen der Erinnerung
Entstanden an den Orten
Die nur der Zufall finden kann
Und ab und zu fällt eine einfach runter
Und beim Herunterfallen fällt sie auf
Dann schraub ich sie auf meine virtuelle Hobelbank
Ich säge, rasple, schleife und radiere
Ich kaue stunden - manchmal - tagelang
An einem Wort, an einer Harmonie, das - oder die - nicht klingen will
Und ich verdichte allzu lange Sätze
Bin ein Verdichter
Ich dichte, wo der Sinn mir durch die Fugen rinnt
Bin ich ein Dichter?
Die Melodien leg ich auf den Amboss
Bis ich sie irgendwann zum schwingen bring
Solange hau und schmiede ich an ihnen rum
Bin nebenbei also noch Melodienschmid
Mein Lied, als es dann fertig war
Hab ich zuhause sehr oft ausprobiert
Dann suchte ich im Branchenbuch nach einem Sänger
Doch keiner wollte mir mein Lied nachsingen
Der erste fand den Text zu seicht
Der zweite fand die Melodie zu wenig leicht
Der Dritte fand es nicht genügend  traurig
Der vierte fand es viel zu lustig
Der fünfte sagte mir: „...und überhaupt
Ich sing nur meine eignen Lieder“
Was sollte ich nun tun?
Mein Lied, das hopste  hin und her
Von der Gitarre zum Klavier
Und dann zurück zu mir
Dann summte es mich an:
Du, hör mal her, ich will auf eine Bühne
Ich möchte zu den Leuten
Da hab ich halt mein Liedchen eingepackt und mir ins Herz gelegt
Und  steh nun da  und sing mein Lied
Willst du noch immer wissen
Warum ich singe?

Manchmal möchte man beim Lesen
in Zeitungen und sozialen Medien einen Kommentar abgeben. Einen mit ner Pfeilspitze vorn, gebadet in Schlangengift.
Und dann zielen, dorthin, wo's garantiert wehtut,
auch dem letzten Deppen.
Und dann die Sehne sausen lassen: "klick!"

Aber das ist wie zuviel Eiscreme essen,
im Moment wunderschön, und danach,
nur noch ein schales Gefühl von Völle und zuviel Zucker.

Ok, dann halt nicht.

Warum wurde der Mensch am letzten Tag erschaffen?
Damit man ihm. wenn der Stolz ihn packt, sagen kann:
Der Wurm ging dir in der Schöpfung voraus.
(Talmud)

Gott hat die Frau nicht aus des Mannes Kopf erschaffen,
dass er ihr befehle,

noch aus seinen Füssen,
dass sie seine Sklavin sei,

vielmehr aus seiner Seite,
dass sie seinem Herzen nahe stehe
(Talmud)

Das Leben kommt mir manchmal so vor,
wie auf dem Ast eines grossen Baumes sich nach aussen zu bewegen.

Anfangs ist der Ast stämmig, fest und sicher,
und dann wird er immer dünner, und irgendwo kommt die Grenze:

entweder bricht der Ast, oder du rutschst runter.

Eigentlich komisch, wenn man älter wird, sieht man immer schlechter, aber immer klarer

Wieso tut das Leben manchmal so grässlich weh?
Die Zeiten, der mit zahnlosen dich angähnenden Abgründe.

Wieso ist das Leben manchmal so unfassbar süss?
Die Zeiten des glücklichen Ertrinkens in einem Blütenmeer.

Wieso diese Extreme?

Manchmal beneide ich:
die Unsensiblen, die Dumpfen,
all jene, die diese Gefühle nicht kennen.

Ein Kind ist kein Muslim
Ein Kind ist kein Christ
Ein Kind ist kein Buddhist
Ein Kind ist kein Atheist
Ein Kind ist kein Rassist
Ein Kind kennt keine Grenzen
Ein Kind weiss nichts von besser sein
Ein Kind weiss nichts von schlechter sein
Ein Kind weiss nichts von Schuld
Ein Kind weiss nichts von arm
Ein Kind weiss nichts nichts von reich
Die ganze Scheisse kommt von den Erwachsenen.

Die Wirtschaftsweisen predigen die ganze Zeit, wir müssen sparen.
Ich find, lieber über seine Verhältnisse leben,
als unter der Armutsgrenze.

Du siehst den Mond, die kleine Scheibe - und doch ist’s von einer Kante zur andern so weit, wie von Lissabon nach Moskau.
Du siehst die Sonne, das kleine, gleissende, runde Ding - und doch ist sie tausende und abertausende Male grösser als die gesamte Erde.
Du siehst deine Hand - frisch gewaschen und sauber - und doch ist sie von Millionen Bakterien besiedelt.
Du bist blind - und doch schreist Du rum, klopfst auf den Biertisch, weisst alles ganz genau.
Nichts weisst du, nichts siehst du.