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14.12.2019

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Cover Liebe ist nichts für Anfänger
Zeichnung

ICH GEB MEIN HERZ NIE MEHR

Du kannst mich noch so oft besuchen
Ich mach dir trotzdem nicht mehr auf
Kannst ewig hin und her versuchen
Die Tür bei mir hat keinen Knauf

Willst von der Brücke runter springen
Von mir aus mach es doch und spring
Ich werd dir keine Hymne singen
Und werf' auch keinen Rettungsring

Ich geb' mein Herz nie mehr
Kommt futsch zurück nachher
Kostet viel zu sehr, mach ich nie mehr

Dein Zauberstab, der ist zerbrochen
Mich wirst du so bald nicht mehr sehn
Bin lang genug vor dir gekrochen
Ich werd jetzt wieder aufrecht gehn

Mit Voodoo wirst du nichts erreichen
Und auch mit keinem Stossgebet
Kannst durch die Wasserleitung schleichen
Ich hab den Haupthahn zugedreht

Ich geb' mein Herz nie mehr
Kommt futsch zurück nachher
Kostet viel zu sehr, mach ich nie mehr

Und du kannst trampeln, rufen, greinen
Ich werd’s nicht hör’n ich werd’s nicht seh’n
Von mir aus kannst du Bäche weinen
Was ich geweint hab reicht für zehn

Ich geb' mein Herz nie mehr
Kommt futsch zurück nachher
Kostet viel zu sehr, mach ich nie mehr

 

DÄMLICH WIE EIN KALB

Manchmal hab ich so’n Gefühl
Dass hier alles flöten geht
Dass hier niemand mehr versteht
Und das Gras ist abgemäht
Hier ist nicht mehr mein Planet

Manchmal hab ich so’n Gefühl
Dieser Zug fährt ohne Gleis
Wird ein Viereck jemals Kreis?
Ist es Wasser, ist es Eis?
Weiss ich nicht, was jeder weiss?

Ist doch eigentlich nicht schwer
Schau nicht immer nur aufs Moll
Ist dein Glas zur Hälfte leer
Dann ist’s noch zur Hälfte voll
Halb und halb - ich seh’s halb
Bin doch dämlich wie ein Kalb

Manchmal hab ich so’n Gefühl
Nichts zum lachen weit und breit
Keine Nachricht, die dich freut
Zukunft ist Vergangenheit
Tu uns plötzlich furchtbar leid

Manchmal hab ich so’n Gefühl
Unser Weg ist aussichtslos
Jeder Stein ist riesengross
Stehst am Fluss und hast kein Floss
Nirgends Blumen, nur noch Moos

Ist doch eigentlich nicht schwer
Schau nicht immer nur aufs Moll
Ist dein Glas zur Hälfte leer
Dann ist’s noch zur Hälfte voll
Halb und halb - ich seh’s halb

 

MARYLIN

Ich war Student und schlief zur Untermiete
Bei einem Freund in einer Schiffskajüte
Studiert hab ich zwar nicht besonders viel
Die Welt verändern, war mein Lieblingsspiel

Sie wohnte an der Strasse gegenüber
Und sie von fern zu sehn, gab mir schon Fieber
Ihr ganzes Wesen, ihre Art zu gehn
Ich fand an ihr war einfach alles schön

Sie hatte so 'nen Hauch von Marilyn
Vielleicht ihr viel zu blondes Haar
Und ich hielt mich damals für James Dean
Der so verschossen in sie war

Sie hatte einen Bruder, einen Kleinen
Der lachte stets, und schien dabei zu weinen
Sein Körper war verbogen, schief und krumm
Sein Mund war schräg, die Augen etwas dumm

Und jeden Tag ging sie mit ihm spazieren
Geduldig liess sie sich von ihm anführen
Wie er verkrampft an ihrem Ärmel hing
Und sie aus Rücksicht auf ihn langsam ging

Sie hatte so 'nen Hauch von Marilyn
Vielleicht ihr viel zu blondes Haar
Und ich hielt mich damals für James Dean
Der so verschossen in sie war

Ich hatte nicht den Mut, sie zu hofieren
Obwohl, sie schien sich zu interessieren
Das alles ist nun schon ne Weile her
Die Welt verändern will ich längst nicht mehr

Der Liebe bin ich hundert mal begegnet
Mal war sie sonnig, oft war sie verregnet
Die eine hat fürs Leben mich betört
Doch ihr Begleiter, der hat mich gestört

Wieviele sperrt man ein in Heilanstalten
Um sie von unsern Blicken weg zu halten
Von wem hab ich den Satz gehört als Kind
Wonach die geistig Armen selig sind?

Ich hab sie später dann nochmal gesehen
Und nicht das Herzt gehabt, mich hin zu drehen
Wie er verkrampft an ihrem Ärmel hing
Und sie aus Rücksicht auf ihn langsam ging

Sie hatte so 'nen Hauch von Marilyn
Vielleicht ihr viel zu blondes Haar
Und ich hielt mich damals für James Dean
Der so verschossen in sie war

 

EU-RO-PA

Schau mal mein brandneues Telephon
Und schau mal, wie toll aufgebaut
In Asien für nix, für nen Hungerlohn
Bin ich schuld? Du, ich hab’s ja nicht geklaut

Schau mal mein Hemd, wie die Farbe strahlt
Du, ne Pizza, die kostet heut mehr
Die Kinder in Indien sind schlecht bezahlt
Und krepieren, ja das berührt mich sehr

Hey Leute, ich wohn’ in Europa
Grosses Maul, Presse frei, find ich ganz normal
Hey Leute, ich wohn’ in Europa
Und der Rest ist mir scheissegal

Schau mal den Müll in den Eimern an
Hab ich sauber getrennt und sortiert
Das Gift, das ich hier nicht verwenden kann
Hab ich heimlich nach Afrika bugsiert

Schau mal, die wütigen Henker an
Werden alle von mir finanziert
Weil ich ohne Öl nicht mehr leben kann
Mir doch wurscht, wer das Zeugs dort explodiert

Hey Leute, ich wohn’ in Europa
Grosses Maul, Presse Frei, find ich ganz normal
Hey Leute, ich wohn in Europa
Und der Rest ist mir scheissegal

 

ZWEI FREMDE IN EINEM FREMDEN HAUS

Ich weiß nicht, irgendwie mit dir, verging die Zeit so schnell
Die Nacht ist nicht mehr jung, und bald wird’s draussen wieder hell
Wir beide sind die letzten zwei hier unten im Hotel

Ich bin allein und du bist allein
Und fürchten uns beide vorm einsam sein
Komm wir probieren s einfach aus
Zwei Fremde in einem fremden Haus

Wir sind gebunden anderswo und glücklich sind wir nicht
Die Balken sind vermodert und die Dächer nicht mehr dicht
Da wo die Liebe nicht mehr wohnt, ist Treue leere Pflicht

Lass morgen morgen sein, will nur, was bleibt von dieser Nacht
Bloss keinen Schwur, bin viel zu oft aus einem Traum erwacht
Teilst Du ein fremdes Bett mit mir, die Glut hast Du entfacht

Ich bin allein und du bist allein
Und fürchten uns beide vorm einsam sein
Komm wir probieren ´s einfach aus
Zwei Fremde und ein fremdes Haus

 

EDELMETALLALTER

Wenn ein Espresso abends reicht und dir den Schlaf versaut
Wenn schon das erste Bier sich gleich auf deine Blase haut
Wenn dich der Salzgehalt im Essen plötzlich fasziniert
Und wenn dir dann mit einem Mal dein Blutdruck imponiert

Nein, keine Panik, keine Bange, du bist nicht erkrankt
Bist nur im Edelmetall-Alter angelangt
Silbersträhnen in den Haaren
Gold um Zähne zu bewahren
Und dann und wann: Titan wo in den Hüften mal Naturgelenke waren

Wenn du der Meinung bist, Musik von heute sei nur Schrott
Und wenn Du dachtest, Hip Hop sei Neudeutsch für “Hüh und Hott”
Wenn Dir ein Knirps erklärt, wie dein Computer funktioniert
Und Politik dich plötzlich mehr als Liebe int’ressiert

Hast du mit einem Mal so ein Gefühl von Inflation
Und siehst du alles um dich steigen ausser deinem Lohn
Hast Du das eine, garantierte, typische Symptom:
Und leidest am “dass früher alles besser war” Syndrom?

Nein, keine Panik, keine Bange, du bist nicht erkrankt
Bist nur im Edelmetall-Alter angelangt
Silbersträhnen in den Haaren
Gold um Zähne zu bewahren
Und dann und wann: Titan wo in den Hüften mal Naturgelenke waren

Wenn Dir die Welt mit ihrer Zukunft plötzlich Sorgen macht
Bist eine Woche lang k.o. nach einer Polternacht
Wenn dich der Rummel auf der Strasse plötzlich irritiert
Und findest jeden unter zwanzig geistig amputiert

Nein, keine Panik, keine Bange, du bist nicht erkrankt
Bist nur im Edelmetall-Alter angelangt
Silbersträhnen in den Haaren
Gold um Zähne zu bewahren
Und dann und wann: Titan wo in den Hüften mal Naturgelenke waren

 

 

© 2019 Stephan Sulke

MannPlakat

 

BLÖDE

Ich war mal einer der Intelligenten
Mit einem positiven I-Quotienten
Doch weil ich klug war, hab ich bald verstanden
Dass Kluge doch sehr oft am Boden landen

Denn Fehler machen alle, ob blöde, ob gescheit
Nur, dass man es den Blöden im Nachhinein verzeiht
Dem Klugen wird ein Fehler nur selten nachgesehn
Beim Blöden heisst es meistens: da muss man drüberstehn

’s gibt Blöde oben, die die Welt verfitzen
Und Kluge, die im Keller unten sitzen
Die Klugen denken tief, die Blöden seichter
Und deshlab haben’s Blöde eben leichter

Und jeden meiner Fehler, den schlug man auf mir rum
Ich sei doch ein Gescheiter, wieso sei ich so dumm
Und deshalb, eines Abends, da kam mir die Idee:
Wenn ich nur blöde wäre, tät Blödsein nicht mehr weh

Es war der beste Schritt in meinem Leben
Denn jeder Schwachsinn wird mir jetzt vergeben
Bin eng im Hirn, ein Dämlichkeits Tragöde
Hab nix in meiner Birn, bin einfach blöde

 

ICH BRAUCH DICH SOWIESO NICHT MEHR SO...

Was treibst du dich hier rum
Ich zieh mich grade um
Was machst du ungebeten da in meinem Kleiderschrank
Mein Lied blieb ungehört, als es im Nirgendwo versank

Zieh dich woanders aus
Du bist hier nicht zu Haus
Was flammt dein Mund da drüben aus dem Spiegel blutig rot
Die Helden meiner Sage sind am Ende alle tot

Und ich brauch dich sowieso
Ich brauch dich sowieso, ich brauch dich sowieso
So ewig lang schon nicht mehr so…

Wieso bist du so nah
Du bist doch gar nicht da
Was machst du da im Hinterhalt, wer hat dir das erlaubt
Was klebst du warm an meiner Haut, als wärst du festgeschraubt

Bist du nicht anderswo
Bei deinem Gigolo
Und wenn er männlich, lüstern dann mit dir herumspaziert
Glaub ja nicht, dass ich jener bin, der deshalb schon krepiert

Denn ich brauch dich sowieso
Ich brauch dich sowieso, ich brauch dich sowieso
So ewig lang schon nicht mehr so…

Und glaub du ja nicht, wenn er dann an deinem Ufer schwimmt
Dass etwas meine Kehle würgt und mir die Luft wegnimmt

Lauf mir nicht hinterher
Ich kenn dich gar nicht mehr
Und glaub vor allem nicht, wenn er dich schliesslich niederringt
Dass ich es bin, der dann in seiner Eifersucht ertrinkt

Denn ich brauch dich sowieso
Ich brauch dich sowieso, ich brauch dich sowieso
So ewig lang schon nicht mehr so…

 

LIEBE IST NICHTS FÜR ANFÄNGER

Du, schenk mal was ein....von dem Wein
Ich glaub, ich bleib heut abend wohl länger
Doch, ein Glas ist fein....bin allein
Ich bleib heut abend auch Einzelgänger

Man liebt und entliebt sich
Man hasst und vergibt sich
Und wieder verliebt man sich neu
Man malt andre Bilder
Man wechselt die Schilder
Beim Rahmen, da bleibt man sich treu

Du, schenk mal was ein....von dem Wein
Ich glaub, ich bleib heut abend wohl länger
Doch, ein Glas ist fein....bin allein
Und eh nicht so der grosse Draufgänger

Man fängt an zu zweifeln
Man will nie mehr zweifeln
Und zweifelt noch mehr, irgendwann
Man will sich losbinden
Nur um raus zu finden
Dass man sich nicht losbinden kann

Du, schenk mal was ein....von dem Wein
Ich glaub, ich bleib heut abend wohl länger
Doch, ein Glas ist fein....bin allein
Verzeih, ich hab heut so ‘nen Durchhänger

Man sucht und zerreisst sich
Man irrt und verbeisst sich
Man klagt und zerfleischt sich
Man schreit und bekreischt sich
Und dann, in den Trümmern, da weiss keiner mehr
Woher kam der Krieg, und wie kam er her

Du, schenk mal was ein......von dem Wein
Ich glaub, ich bleib heut abend wohl länger
Doch, ein Glas ist fein.....bin allein
Denn Liebe, das ist nichts für Anfänger

 

Liebe Das Ist Nichts Für AnfängerChords1

 

WENN EINER SO WIE ICH ERZOGEN WORDEN IST

Und es bimmelt mir noch in den Ohren, “so was sagt man nicht!”
Reingehämmert, reingetrichtert: “dies ist falsch und jenes Pflicht!”
Traditionen und Manieren, die man mir ins Herz reinschrieb
Übern Jordan ging das eine, manches blieb

Wenn einer so wie ich erzogen worden ist
Und dann im Lauf der Zeit das meiste nicht vergisst
Kein Wunder wenn der mal den guten Ton vermisst

“Sitz gerade hier am Tisch, benimm dich nicht wie ‘n Flegeltier!”
“Quatsch nicht rein, wenn andre reden, so was macht kein Kavalier
“Einen Fremden spricht man an mit “Sie” und niemals mit ´nem “Du”
“Alte Leute anzurempeln ist tabu!”

Wenn einer so wie ich erzogen worden ist
Und dann im Lauf der Zeit das meiste nicht vergisst
Kein Wunder wenn der mal den guten Ton vermisst

“Nimm die doofe Mütze runter, hältst dich wohl für’n Füsilier!”
“Man bleibt stehn, bis andre sitzen, Damen öffnet man die Tür!”
“Willst dich keilen, such dir keinen aus, der schwächer ist als du!”
“Willst was sagen, hör den andern erst mal zu!”

Wenn einer so wie ich erzogen worden ist
Und dann im Lauf der Zeit das meiste nicht vergisst
Kein Wunder wenn der mal etwas verloren ist

GEBURTSTAGSLIED

Ich wünsch dir blauen Himmel zum Geburtstag
Einen Korb voll Sonnenschein
Und ich wünsch dir einen bunten Schirm dazu
Sollte’s draussen mal doch verregnet sein

Wohin dein Weg dich führen mag ich wünsch dir festen Grund
Ich wünsch dir Fröhlichkeit und mehr wünsch ich dir bleib gesund

Ich wünsch dir blauen Himmel zum Geburtstag
Einen Korb voll Sonnenschein
Einen warmen Mantel wünsch ich dir dazu
Sollte’s draussen mal kalt und windig sein

Ich wünsch dir Leichtigkeit im Herz, genug zum Glücklichsein
Und wenn du einmal weinen musst, solln’s Freudentränen sein

ich denk auch manchmal an uns zwei an unsere Vergangenheit
Im Nachhinein, so find ich heut
War’s eine schöne Zeit

Ich wünsch dir blauen Himmel zum Geburtstag
Einen Korb voll Sonnenschein
Und ich wünsch dir einen bunten Schirm dazu
Sollte’s draussen mal doch verregnet sein

 

© 2019 Stephan Sulke